Im Frühsommer 2023 unternahm ich zusammen mit einigen Freunden eine einwöchige Wandertour durch die Eifel.
Wir übernachteten in Zelten auf Trekkingplätzen und folgten oft dem Eifelsteig. Unsere Reise begann am Bahnhof Obermaubach und endete am Bahnhof Bad Münstereifel.

Gesamte Route bei Komoot:

Durch die Eifel | Komoot

Der Naturpark Hohes Venn Eifel


Die Trekkingplätze im Naturpark Hohes Venn Eifel in der Eifel wurde im Jahr 2016 errichtet, mit dem Ziel, dass auch in Deutschland die Natur im Zelt genossen werden kann.
Für eine Übernachtung auf einem Trekkingplatz für ein Zelt beträgt der Preis 10 € pro Nacht. Wenn man den Platz für sich alleine haben möchte, erhöht sich der Preis auf 20 €. Andernfalls teilt man den Platz höchstwahrscheinlich mit anderen Campern.

Jeder Trekkingplatz bietet eine Holzplattform, auf der Platz für zwei 2-3-Personen-Zelte ist. Außerdem gibt es eine Bank mit einem Tisch für vier Personen sowie eine Komposttoilette.
Die Toiletten sind einfach und bieten möglicherweise begrenzten Beinfreiraum. Es ist wichtig, sein eigenes Toilettenpapier mitzubringen! Nach der Benutzung der Toilette wird Rindenmulch mit einer Schaufel (vorhanden) hineingeworfen. Je nach Platz ist die Toilette möglicherweise etwas versteckt und muss zunächst in der unmittelbaren Umgebung der Plattform gesucht werden.

Die Trekkingplätze sind äußerst beliebt und oft weit im Voraus ausgebucht. Es ist daher ratsam, frühzeitig zu planen, um sich einen Platz zu sichern.

Alle Informationen und das Buchungsportal finden Sie unter trekking-eifel.de.

Startseite | Trekking Eifel
Eifel-Trekking Trekkingplatz Naturlagerplatz

Erster Tag - 7km

Vom Bahnhof Obermaubach zum Trekkingplatz "Krawutschke Biwak"

Die Anreise mit der Bahn verlief äußerst entspannt. Unsere ersten Schritte führten uns entlang des Obermaubacher Stausees bei bestem Wetter. Obwohl der direkte Weg vom Bahnhof zum Trekkingplatz deutlich kürzer gewesen wäre, entschieden wir uns, einen Umweg um den See zu nehmen und zur Waldkapelle Obermaubach aufzusteigen. Dabei genossen wir immer wieder den Ausblick auf den malerischen Stausee und überquerten eine idyllische Brücke über die Rur.

Nach einigen Höhenmetern erreichten wir schließlich unseren Trekkingplatz. Dieser war gut versteckt und von den herkömmlichen Wanderwegen kaum zu erkennen. Der Zugang erfolgte über einen kleinen, steilen Trampelpfad. Vor Ort trafen wir bereits auf unsere beiden Nachbarn, die großzügigerweise ihr Zelt etwas zur Seite rückten, damit wir unseres aufbauen konnten. Es stellte jedoch kein Problem dar, beide Zelte auf der Plattform zu arrangieren.

Die Plattform selbst lag wunderschön mitten in der Natur an einem Hang. Von dort aus konnten wir sogar etwas Aussicht genießen. Die Toilette befand sich am Fuße des Trampelpfades und war somit nicht unmittelbar in der Nähe der Plattform gelegen.

Nachdem unser Zelt stand, genossen wir ein wohltuendes Abendessen - Nudeln mit Tomatensauce und Brot, großzügigerweise von unseren Nachbarn zur Verfügung gestellt. Sobald die Sonne unterging, wurde es schnell kühl, und die Nachttemperaturen erreichten Tiefstwerte von 3 °C.

Die Nacht verlief ruhig, und wir konnten uns gut erholen.

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Zweiter Tag - 16km

Vom Trekkingplatz "Krawutschke Biwak" zum Trekkingplatz "mit Seeblick"

Nachdem uns der Sonnenaufgang geweckt hatte, begannen wir damit, unsere Sachen zu packen und uns auf die zweite Etappe vorzubereiten. Wir beschlossen, unterwegs zu frühstücken und machten uns schnell auf den Weg.

Bald darauf kreuzten wir einen kleinen Bach, an dem wir uns etwas gefiltertes Wasser abfüllten. In Brandenberg trafen wir einen äußerst freundlichen Einheimischen, der uns Wasser anbot und uns eine Weile begleitete. Währenddessen erhielten wir interessante Informationen über die Pflanzenwelt der Eifel und die Umgebung des Dorfes.

Im Kalltal entschieden wir uns für eine vermeintliche "Abkürzung" entlang des Kumbachs. Allerdings stellte sich heraus, dass der Weg dort nicht mehr wirklich vorhanden war, und wir mussten uns teilweise durch hohes Grünzeug einen Pfad durch die Vegetation bahnen.

Der weitere Verlauf führte uns oft durch dichten Wald, was uns angesichts der starken Mittagssonne sehr entgegenkam.
Zwischendurch gönnten wir uns eine Pause und kochten am Feldrand Beeren-Porridge, um unsere Energiereserven aufzufüllen.

Trekkingmahlzeit: Beeren Porridge
Ideen für praktische und leckere Porridge-Mischungen für Trekkingtouren und Wanderungen.

In Schmidt gab es tatsächlich eine Einkaufsmöglichkeit, aber wir entschieden uns, sie nicht zu nutzen und direkt weiter in Richtung Rursee nach Woffelsbach zu wandern.

Die letzten Kilometer führten uns über den schmalen und bergigen "Schmugglerpfad" zum Trekkingplatz. Dieses Mal hatten wir keine Nachbarn und konnten von unserem Platz, der einen Blick auf den Rursee durch die Baumwipfel ermöglichte, die Abgeschiedenheit genießen.
Die Toilette befand sich dieses Mal deutlich näher am Platz.

Nachdem unser Zelt aufgebaut war, begaben wir uns zum Seeufer in Woffelsbach, etwa 2 Kilometer entfernt.
Dort gönnten wir uns eine wohlverdiente Portion Pommes am Seepavillon und unternahmen eine kleine Schwimmrunde im See. Anschließend machten wir uns den Berg wieder hoch und bereiteten uns für die Nacht vor.
An diesem Platz hatten wir guten Handyempfang.


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Tag 3 - 22km

Vom Trekkingplatz "mit Seeblick" zum Trekkingplatz "klein Schweden"

Die nächste Etappe unserer Tour versprach bereits bei der Planung eine tolle Wanderung, da der Großteil der Strecke entlang des Ufers des Rursees verlief.
Wir starteten unsere Tour entlang des Ufers in Woffelsbach. Dort konnten wir außerhalb der Öffnungszeiten am WC des Seepavillons unser Wasser auffüllen, da sich dort eine externe Tür befand.

Bei strahlendem Sonnenschein setzten wir unseren Weg entlang des Ufers des Rursees fort. Glücklicherweise boten uns die Bäume entlang der Route größtenteils angenehmen Schatten.
Immer wieder wurden wir mit beeindruckenden Ausblicken auf den Rursee belohnt, der von zahlreichen Segelbooten durchkreuzt wurde.

Blick auf den Rursee vom Wanderweg.

Zwischendurch boten sich auf immer wieder Möglichkeiten im See zu baden.Zwischendurch boten sich immer wieder Gelegenheiten, im See zu baden und eine erfrischende Pause einzulegen. Unsere Route entlang des Sees endete am östlichen Fähranleger, wo wir uns mit Eis und Snacks belohnten.Zwischendurch boten sich immer wieder Gelegenheiten, im See zu baden und eine erfrischende Pause einzulegen. Unsere Route entlang des Sees endete am östlichen Fähranleger, wo wir uns mit Eis und Snacks belohnten.Zwischendurch boten sich immer wieder Gelegenheiten, im See zu baden und eine erfrischende Pause einzulegen. Unsere Route entlang des Sees endete am östlichen Fähranleger, wo wir uns mit Eis und Snacks belohnten.Zwischendurch boten sich immer wieder Gelegenheiten, im See zu baden und eine erfrischende Pause einzulegen. Unsere Route entlang des Sees endete am östlichen Fähranleger, wo wir uns mit Eis und Snacks belohnten.
Zwischendurch boten sich immer wieder Gelegenheiten, im See zu baden und eine erfrischende Pause einzulegen. Unsere Route entlang des Sees endete am östlichen Fähranleger, wo wir uns mit Eis und Snacks belohnten.

Von dort aus führte uns unser Weg durch Felder und kleine Wohnstraßen nach Heimbach.
In Heimbach angekommen, kehrten wir beim Kaya Feinkost Imbiss direkt an der Rur ein und genossen eine Portion Pommes.
Hinter dem Imbiss bestand die Möglichkeit, an die Rur zu gelangen und sich zu waschen. Zudem gab es mehrere Einkaufsmöglichkeiten in Heimbach.

Nach dem Mittagessen setzten wir unsere Tour fort und erreichten schließlich die Burg Hengebach. Dort gab es viel zu entdecken, und von der Burg aus war es nur noch ein kurzes, aber steiles Stück bis zum Trekkingplatz.
Unter der warmen Sonne vergossen wir beim Aufstieg eine beträchtliche Menge Schweiß. Glücklicherweise befand sich die Plattform des "Klein Schweden"-Platzes im schattenspendenden Waldgebiet.
Wir hatten erneut Nachbarn, die eine Tagestour von Heimbach aus unternommen hatten.

Nachdem unser Zelt aufgestellt war, machten wir uns auf die Suche nach der etwas versteckt gelegenen Toilette, die sich hinter Büschen verbarg.
Die umgebende Vegetation erinnerte tatsächlich an Schweden und verströmte eine äußerst gemütliche Atmosphäre.
Nach einem kurzen Abendspaziergang entlang der angrenzenden Waldwege begaben wir uns nach dem Abendessen rasch zur Nachtruhe.

Die Nacht brachte erneut niedrige Temperaturen mit sich, die im Bereich zwischen 0 °C und 5 °C lagen.

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Tag 4 - 23km

Von "klein Schweden" nach "Nordstern"

Wir brachen relativ früh auf, da wir noch einige Besorgungen in Heimbach erledigen und dort frühstücken wollten. Da unsere Nachbarn noch schliefen, mussten wir besonders leise und vorsichtig beim Abbauen sein.

Anschließend machten wir uns auf den Weg zum Edeka in Heimbach und besorgten Baguette mit Hummus und frischem Obst. Wir suchten uns eine gemütliche Parkbank entlang der Rur und genossen dort unser entspanntes Frühstück in idyllischer Umgebung.

Nach unserem Frühstück setzten wir unsere Wanderung fort und begannen erneut mit dem Anstieg. Unterwegs trafen wir auf eine etwas frustrierte Familie, die versuchte, ihre Fahrräder den als Mountainbike-Strecke markierten Waldweg hinaufzuschieben.

Nach einigen Kilometern und einer ordentlichen Steigung erreichten wir die beeindruckende Abtei "Maria Wald". Dort hatten wir die Möglichkeit, die Kirche zu besichtigen oder eine kleine Pause im Restaurant einzulegen und uns zu erfrischen.

Später erreichten wir den Naturerlebnis-Weg im Kermeter. Dieser Weg bietet eine barrierefreie Möglichkeit, auf einem erhöhten Holzsteg durch eine unberührte Waldlandschaft zu spazieren.

Nachfolgte ein steiler Abstieg durch den Wald, der uns zur imposanten Urftstaumauer führte. Unterwegs boten sich uns immer wieder herrliche Ausblicke auf den Urftstausee, die uns zum Verweilen einluden.

An der Urftstaumauer angekommen, entdeckten wir einen Imbiss, an dem wir unsere Wasserflaschen auffüllen konnten. Dort konnten wir uns entspannen und sogar ein Eis genießen, wobei auch veganes Eis zur Auswahl stand.

Leider gestattete das Gebiet der Staumauer keinen direkten Zugang zum Ufer des Sees, was etwas bedauerlich war. Dennoch genossen wir die tolle Kulisse und setzten unseren Weg mit neuen Energiereserven fort.

Blick von der Staumauer.


Nachdem wir den Berg zur Staumauer hinabgestiegen waren, erwartete uns nun der Aufstieg zu unserem Trekkingplatz. Wir durchquerten zunächst einen kurzen Abschnitt des Waldes und gelangten dann zur Dreiborner-Hochfläche. Diese Gegend wurde einst als Truppenübungsplatz genutzt und ist heute eine offene Wiese. Obwohl uns dort wenig Schutz vor der Sonne geboten wurde, konnten wir dennoch die weite Aussicht genießen.

Kurz vor Erreichen unseres Ziels durchquerten wir das ehemalige Dorf "Wollseifen". Einige Häuser stehen noch immer, wurden jedoch zu einem Truppenübungsgelände umfunktioniert. Lediglich die Kirche ist originalgetreu erhalten geblieben. Zwischen den verlassenen und versiegelten Gebäuden herrschte eine gespenstische Atmosphäre. Immer wieder stießen wir auf Warnhinweise bezüglich verbliebener Munitionsreste und Sprengstoff, was uns die Vergangenheit dieses Ortes eindringlich vor Augen führte.

Am Horizont zeichnete sich bereits seit einigen Kilometern Vogelsang IP ab, eine ehemalige "Ordensburg" aus der Zeit des Nationalsozialismus. Direkt neben Vogelsang befand sich auch unser Trekkingplatz "Nordstern". Dieser war entlang eines Wanderweges platziert, jedoch boten eine Reihe von Bäumen eine angenehme Privatsphäre.

Die Plattform des Trekkingplatzes lag auf einer Wiese, die rund um die Plattform gemäht war. Von dort aus hatten wir einen freien Blick auf die Umgebung. Die Toilette war ebenfalls in unmittelbarer Nähe, sodass sie bequem erreichbar war.


Nachdem wir unser Zelt aufgebaut hatten, begaben wir uns auf Erkundungstour durch das Gelände von Vogelsang. Selbst ohne das Museum zu besuchen, konnten wir anhand der informativen Tafeln viele historische Informationen ablesen. Das Areal von Vogelsang erstreckte sich über eine große Fläche und es gab viel zu entdecken.

Gegen Abend wurden wir mit einem atemberaubenden Sonnenuntergang belohnt, während wir den Blick auf den Urftstausee genießen konnten.


Als wir von unserer Erkundungstour durch Vogelsang zurückkehrten, hatten wir festgestellt, dass wir einen neuen Nachbarn bekommen hatten. Er war mit dem Fahrrad unterwegs und hatte sich für eine Übernachtung am Trekkingplatz entschieden.

Nachdem wir unser Abendessen eingenommen hatten - Nudeln mit einer Sauce aus vorbereitetem Pulver - begaben wir uns zur Ruhe. Da der Trekkingplatz abgelegen lag, gab es kaum Lichtverschmutzung, wodurch der Nachthimmel von zahlreichen funkelnden Sternen erfüllt war. Es war ein wundervoller Anblick. Allerdings wurde es wieder sehr kalt, weshalb wir unseren Aufenthalt im Freien auf ein Minimum beschränkten.

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Tag 5 - 19km

Von "Nordstern" nach "Walden"

Nach einer äußerst erholsamen Nacht begannen wir unseren Tag mit dem Zusammenpacken unserer Sachen und machten uns anschließend wieder auf den Weg in Richtung Vogelsang. Auf dem Wohnmobilcampingplatz an der Straße bei Vogelsang füllten wir unsere Wasservorräte auf. Dabei nutzten wir den Wasserhahn ohne Schlauch für Trinkwasser, weil der Schlauch zur Reinigung der Toilettenbehälter diente.

Von Vogelsang aus setzten wir unsere Reise in Richtung Gmünd fort.
Kurz nachdem wir Vogelsang verlassen hatten, überquerten wir einen Bach, der sich perfekt dazu eignete, unsere Füße in das erfrischende kalte Wasser einzutauchen. Es war eine wunderbare Möglichkeit, eine kurze Pause einzulegen und die natürliche Umgebung zu genießen.

Aussicht in Richtung Gmünd, ca. 2km hinter Vogelsang.


In Gmünd erreichten wir schließlich den Eifelsteig, der uns auf unserem weiteren Weg begleitete. In dem einzigen Supermarkt des Ortes besorgten wir uns unser Mittagessen und füllten unsere Vorräte auf, um für den Rest unserer Wanderung gut ausgestattet zu sein.

An der Urft, die sich im Zentrum von Gmünd entlangzieht, legten wir eine wohlverdiente Mittagspause ein. Dort konnten wir nicht widerstehen und genossen ein erfrischendes Bad im klaren Wasser der Urft. Es war eine willkommene Abkühlung nach unserer bisherigen Wanderung und eine angenehme Gelegenheit, die idyllische Umgebung zu genießen.

Anschließend machten wir uns auf den Weg zum heutigen Trekkingplatz "Walden". Kurz vor dem Ziel kamen wir noch beim Platz 2 "Land in Sicht" vorbei. Dieser ist nur 1.5km vom Platz "Walden" entfernt und bietet eine gute Alternative mit schöner Aussicht.

Auf dem Weg zum heutigen Ziel hatten wir allerdings eine kleine Herausforderung zu bewältigen. Google Maps hatte die Koordinaten des Platzes "Walden" falsch interpretiert, und so waren wir versehentlich zu einem Feld gelaufen, das etwa 1 Kilometer entfernt lag. Doch mit etwas Orientierungssinn und der Hilfe einer Karte fanden wir schließlich unseren eigentlichen Platz.

Der Platz "Walden" entsprach seinem Namen voll und ganz. Umgeben von hohen Buchen und inmitten eines dichten Waldes gelegen, bot er eine abgeschiedene und ruhige Atmosphäre. Der Wanderweg verlief in der Nähe, und wir konnten die majestätische Schönheit der Natur um uns herum genießen.

Es stellte sich heraus, dass der Platz so abgelegen im Tal lag, dass wir zum ersten Mal während unserer Wanderung keinen Handyempfang hatten. Das war einerseits eine interessante Erfahrung, da wir uns vollständig auf die Natur und die Umgebung konzentrieren konnten, andererseits bedeutete es auch, dass wir offline waren und keine weiteren Informationen abrufen konnten.

Kurz nach unserer Ankunft trafen auch unsere heutigen Nachbarn ein, die ebenfalls eine Wanderung mit einer Übernachtung unternahmen. Es war schön, sich mit ihnen auszutauschen und Erfahrungen zu teilen.

Nachdem wir uns gestärkt hatten, unternahmen wir noch einen kleinen Ausflug an den Ortsrand von Olef, der etwa 1 Kilometer entfernt lag.
Am Abend, während wir uns auf die Dunkelheit vorbereiteten, entdeckten wir bei mir zwei Zecken. Es war eine Erinnerung daran, wie wichtig es ist, sich regelmäßig nach Zecken abzusuchen und vorsichtig zu sein, insbesondere in Waldgebieten.

Die Nacht verlief ruhig, und obwohl wir keine größeren Tiergeräusche hörten, konnten wir das Rascheln von Mäusen durch das Gebüsch wahrnehmen. Es war ein weiterer Tag voller Erlebnisse und Eindrücke, und wir waren gespannt auf das, was uns auf der nächsten Etappe des Eifelsteigs erwarten würde.


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Tag 6 - 20km

Von "Walden" nach "180°"

Nach einer erneut kalten, doch erholsamen Nacht brachen wir zuerst in Richtung Olef auf. Unser Ziel war es, bis zum Mittag nach Kall zu gelangen, um unsere Vorräte aufzustocken und das Mittagessen zu besorgen.
Der Weg von Olef nach Kall führte uns durch den Wald, was trotz einiger Steigungen äußerst angenehm war.

Nachdem wir Kall erreicht hatten, begaben wir uns entlang der Urft in Richtung des Ortszentrums.
Im nordöstlichen Teil des Orts befindet sich ein Einkaufsviertel mit zahlreichen großen Geschäften. Dort entschieden wir uns zunächst, in einem Möbelhaus unsere Wasservorräte aufzufüllen. Dies erwies sich als etwas umständlich, da wir das gesamte Möbelhaus durchqueren mussten und die Toilette nur auf Nachfrage fanden.

Im Anschluss nutzten wir das breite Angebot der Supermärkte, um unsere Essensvorräte zu ergänzen.
Schließlich suchten wir uns einen abgelegenen Ort außerhalb von Kall, um unser Mittagessen einzunehmen.


Der weitere Weg zu unserem heutigen Trekkingplatz führte größtenteils durch offene Felder, daher war es dringend empfehlenswert, Sonnencreme zu verwenden. Gelegentlich kamen wir auch durch kleine Dörfer.

Die letzten Meter bis zum Platz namens "180°" waren wieder steil bergauf, jedoch wurden wir mit einer umso beeindruckenderen Aussicht belohnt.
Der Platz befindet sich etwa 20 Meter vom Waldrand auf einem Hügel und ist über einen schmalen Trampelpfad erreichbar. Obwohl die Aussicht vom Platz aus etwas eingeschränkt ist, haben wir glücklicherweise etwas Schatten. Direkt neben dem Trampelpfad zum Platz befindet sich eine Bank, von der aus man die Aussicht genießen kann.

Die Toilette an diesem Platz ist über einen kurzen Trampelpfad erreichbar.

Wir bauten das Innenzelt auf und genossen den Ausblick nach draußen sowie die sanfte Brise am Nachmittag. An diesem Tag hatten wir keine Nachbarn.

Nach einem kurzen Abendspaziergang entlang des Waldrands und einem Abendessen mit Blick auf die Umgebung begaben wir uns schließlich zur Ruhe und legten uns schlafen.

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Tag 7 - 19km

Von "180°" nach "Basislager"

Am nächsten Morgen begannen wir unseren Abstieg nach Vollem. Die Wege waren teilweise stark zugewachsen und mit hohem Gras bedeckt (Zeckenalarm).

Nachdem wir Vollem erreicht hatten, erwartete uns das nächste Highlight: die Kakushöhle. Diese beeindruckende Höhle befindet sich in einem Felsen im Wald und zählt zu den größten offenen Höhlen der Eifel.
Wir erkundeten die Höhle und hatten sie dabei ganz für uns allein.

In der Nähe der Höhle gab es auch einige Rastmöglichkeiten, an denen wir pausieren konnten.

Nachdem wir die Höhle erkundet hatten, setzten wir unseren Weg in Richtung Bad Münstereifel fort, wo unser letzter Trekkingplatz auf uns wartete.
Der Weg führte uns erneut durch eine relativ abgeschiedene Landschaft aus Feldern und Wäldern.

In Bad Münstereifel nutzten wir die Gelegenheit, um erneut einzukaufen und unsere Wasservorräte aufzufüllen. Zudem bot die Erft eine willkommene Möglichkeit, um sich auszuruhen und ein erfrischendes Bad zu nehmen.

Von Bad Münstereifel aus führte uns der Weg wieder bergauf zu unserem Trekkingplatz. Unterwegs erkundeten wir auch die historische Stadtmauer von Bad Münstereifel, die eine schöne Aussicht über die Stadt bot.


Leider hatte es wohl erneut einen Fehler bei der Koordinatenabfrage gegeben, und so waren wir versehentlich in die falsche Richtung gelaufen. Als wir schließlich bemerkten, dass wir uns nur noch 300 Meter Luftlinie vom eigentlichen Ziel entfernt befanden, beschlossen wir, querfeldein durch ein Feld und den Wald zu gehen. Diese Entscheidung war jedoch nicht zu empfehlen, da der richtige Weg deutlich angenehmer gewesen wäre.

Nach einigen stolpernden, kletternden und kriechenden Einlagen erreichten wir schließlich unseren Zielort, den Trekkingplatz namens "Basislager". Der Name erwies sich als passend, da der Platz sehr schnell von Bad Münstereifel aus erreichbar war. Die Plattform befand sich auf einer Lichtung in der Nähe des Wanderweges.
Da es am Nachmittag kaum Schatten gab, suchten wir uns im Wald eine Bank, um dort unsere Mahlzeit einzunehmen.


Nachdem wir im schattigen Bereich unsere Mahlzeit eingenommen hatten, errichteten wir unser Zelt und bereiteten uns auf die bisher wärmste Nacht vor. An diesem Abend hatten wir erneut keine Nachbarn.

Wie zu erwarten war, wurden wir bei der anschließenden Zeckensuche nach unserer Querfeldein-Tour erneut fündig.

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Tag 8 - 4km

Von "Basislager" zum Bahnhof Bad Münstereifel

Am letzten Tag erwartete uns nur noch der Endspurt. Wir hatten etwa 3 Kilometer vor uns, um nach Bad Münstereifel zurückzukehren und von dort aus mit dem Schienenersatzverkehr nach Euskirchen zu fahren.
Die Gleise waren immer noch durch die Flut im Jahr 2021 zerstört.

In Bad Münstereifel besorgten wir uns noch Snacks für die Fahrt und machten uns voll von neuen Eindrücken auf den Heimweg.

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Fazit


Die Trekkingplätze in der Eifel bieten eine der wenigen Möglichkeiten in Deutschland, in der freien Natur zu zelten. Jeder Platz hat seinen eigenen Charme, und es ist immer wieder spannend, welche Überraschungen einen erwarten, wenn man den nächsten Platz erreicht.

Manche Plätze liegen tief im Wald, während andere eine tolle Weitsicht bieten. Diese Plätze sind eine großartige Möglichkeit, die Eifel zu Fuß und mit dem Zelt zu erkunden und eine intensive Verbindung zur Natur herzustellen.

Es ist auch faszinierend, die Erfahrungen anderer Besucher in den Gästebüchern an den Plätzen zu lesen. Durch die vorhandenen Komposttoiletten wird die Auswirkung auf die umliegende Natur minimiert. Wichtig ist jedoch, dass man Klopapier und gegebenenfalls Desinfektionsmittel mitbringt!

Das Kochen mit Feuer ist bei den Trekkingplätzen auf Grund von hoher Waldbrandgefahr grundsätzlich untersagt. Tipps zur Zubereitung von Mahlzeiten ohne Feuer gibt es hier.

Auch wenn man die Plätze nicht exklusiv bucht, gibt es immer ausreichend Platz, und es ist interessant, die Geschichten der möglichen Nachbarn zu hören. Wenn dich eine Wanderung durch die Eifel anspricht und du gerne unter freiem Himmel in der Natur übernachtest, bieten die Trekkingplätze die perfekte Möglichkeit, diese Wünsche zu erfüllen.

Packliste

Folgende Ausrüstung hatten wir dabei:

Gemeinsam (Aufgeteilt)

  • 3P Zelt (Marmot Tungsten UL 3P)
  • Kochuntensilien
    • Kocher (MSR Pocket Rocket Deluxe)
    • Achtung: Kochen mit Feuer auf den Trekkingplätzen ist aufgrund hoher Waldbrandgefahr untersagt.
    • Topf (Toaks 1.6l Topf)
    • 230g Gaskartusche
    • Schwamm
  • Essensvorrat
    • ca. 10x Proteinriegel
    • 2-3x Schokolade
    • Linsen mit Reis Mischung
    • Porridgemischung
    • Studentenfutter
    • Cashewkerne
  • Wasserfilter (Katadyn BeFree)
  • Hygieneset / Erste Hilfe

Einzeln (Doppelt)

  • Rucksack (58l, 65l)
  • Wanderkleidung
  • 3l Wasser in Flaschen und Trinkblase
  • Schlafanzug
  • Schlafsack
  • Luftkissen
  • Isomatte
  • Fleece / Puffyjacket
  • Hygieneset
  • Handtuch
  • Stirnlampe
  • Powerbank
  • Solarpanel 10W
  • Löffel / Göffel
  • Regenjacke
  • Wechselsocken
  • Unterhose
  • Mütze oder Schlauchschal
  • Packsäcke oder Müllbeutel für Organisation